Landmark des Neuen Westbades in Nürnberg wird die 15m hohe Breitrutsche.

Sie ragt über das Freibad hinaus und wird in das Stadtquartier und ins Pegnitztal ausstrahlen.
Die Rutsche bildet das Dach der Funktionsgebäude des Bades, die sich unter der Rutsche befinden.
Der Form der wallenden Rutschbahnen folgend, hüllen sich „Bänder“ um das „Rutschenhaus“. Diese Bänder bilden die primäre Tragkonstruktion der Rutschbahnen wie auch der unter die Rutsche eingestellten Gebäude.
Die Schwünge der Rutsche und Konstruktion bestimmen die Gestaltung des Bades. Bänder an den Gebäuden finden Ihre Fortsetzung in den Wegen und Strukturen der Freiraumgestaltung.
 
Der Aspekt der Nachhaltigkeit verdeutlicht sich in der Verringerung des Flächenverbrauchs, der Konzentration der Bebauung auf dem Standort der Rutsche. Die überbaute Fläche verringert sich über die Hälfte gegenüber einer eingeschossigen Bauweise. Die nicht mehr zu versiegelnde Fläche dient dem natürlichen Wasserhaushalt und der Reduzierung der Baukosten. Die Stapelung der Technik- und Umkleidegebäude spart Fundamente und Dachflächen. Gemeinsam wird Tragkonstruktion für die Großrutsche und die Funktionsgebäude genutzt. Es werden Ressourcen gespart und der künftige Wartungsaufwand reduziert. 
 
Der „Badesee“ als große zusammenhängende Wasserfläche gleicht einem natürlichen Gewässer. Dennoch sind die verschiedenen Funktionen klar geordnet.
Dem Funktionsgebäude werden die Sportbecken vorgelagert. Den unterschiedlichen Nutzungen entsprechend werden auch differenzierte Flächen zugeordnet. Der sportlichere Teil erhält eine mit Steinen belegte Badeplatte. Dem Nichtschwimmer- und Attraktionsbecken ist der Sandstrand vorgelagert.
In das Innere des „Badesees“ gelangt der Gast über Stege, die als Beckentrennung dienen.
Das Planschbecken befindet sich im Abstand zum „Badesse“ im südöstlichen Teil der Badeplatte. Von Grün umgeben können Kleinkinder und Eltern ungestört planschen.
Das Landebecken der Grossrutsche wird vom „Badesee“ getrennt und abgerückt und entflicht damit die Badenden.
 
In die Pegnitzaue wird das Neue Westbad als natürliche Erholungslandschaft eingebettet. An die großzügigen Wasserflächen schließt sich am nördlichen Ufer ein Sandstrand an, der das Flair eines Meerstrands assoziiert. Die „Dünen“ schließen sich nördlich des Strandes an. Diese werden als Liegefläche mit Rasen bepflanzt. Bäume spenden Schatten.
Zu den Wasserbecken wird eine Durchschreitrinne über die Länge des Sandstrandes angeordnet.

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