OBJEKTPLANUNG GYMNASIUM DRESDEN KLOTZSCHE


Das Schulgebäude wird als kompakter Baukörper an der nördlichen Baugrenze des Grundstückes entwickelt. Dadurch erhalten die umgebenden Wohnzeilen im Norden und Süden eine städtebauräumliche Fassung. Gleiches gelingt für die südliche Bebauung im Zusammenspiel mit der bereits realisierten Sporthalle.
Die großzügig dem Schulgebäude nach Süden vorgelagerte Freifläche wird für erforderliche Pausen- und Sportflächen gestaltbar. Das leicht steigende Geländerelief bietet die Chance, die Flächen durch unterschiedliche Höhenniveaus bis ins Gebäudeinnere zu gliedern und Aufenthaltsqualität zu schaffen. Der geschützte Baumbestand kann durch die Gebäudestruktur erhalten bleiben.

Die Ausbildung eines Vorplatzes bei gleichzeitig zurückhaltend formulierter städtebaulicher Präsenz an der Karl-Marx-Straße war ein wesentlicher Entwurfsgedanke. Der viergeschossige weitgehend aufgeständerte Gebäudeteil an der Straßenfront erlaubt den Haupteingang weg von der Straße in die Tiefe des Grundstückes und in die Mitte des Schulgebäudes zu verlegen. Die unterschnittenen Gebäudeteile sollen für Fahrradstellplätze oder als überdachte Pausenbereiche genutzt werden.

Das Merkmal einer weiterführenden Schule ist die Tatsache, dass die Kinder sich häufiger im Schulgelände bewegen, um von Fachunterricht zu Fachunterricht zu gelangen. Die Gruppieung der Fachbereiche zur Vermeidung langer Wege ist folglich essentiell und führte im Ergebnis der städtebaulichen Lösungsansätze gegenüber raumgreifenden Konzepten zu der Entscheidung eine kompakte Solitärlösung mit kurzen Wegen weiter durchzuarbeiten und im Rahmen des Verfahrens vorzustellen.

Die gewählte zentrale Erschließung innerhalb des Gebäudes verbindet zwei Gebäudeteile, erleichtert die Orientierung und sorgt für kurze Wege zwischen den verschiedenen Unterrichtsräumen.
Im Erdgeschoß sind Foyer, Aula und Mensa in Beziehung gesetzt. Das Foyer ist zentraler Ort für den Kontakt mit Vorplatz und Pausenhof und kann selbst als Pausenfläche genutzt werden. Der mit der Aula erhöht liegende Speiseraum erweitert sich auf eine großzügige Terrasse nach Süden.
Durch mobile Trennwände wäre eine Zusammenschaltung der Räume denkbar. Die Differenzstufen im Foyer sind Gelegenheit zum Verweilen, Ankommen, zur Begegnung und zur Nutzung als Bühne.
Die Unterrichtsräume von jeweils zwei Jahrgangsstufen verteilen sich auf vier darüber liegende Geschosse im nordöstlichen Gebäudeteil. Die Staffelung erfolgt von den 5. Klassen im 1. OG zu den Kursräumen der oberen Klassen im 4.OG.
Auf der gegenüberliegenden Seite der zentralen Erschließungsachse wurden die Fachklassen im südwestlichen Gebäudeteil über dem Eingangshof angeordnet. Es wurden folgende Fachklassen auf jeweils einer Ebene zusammengefasst: Kunst, Info, TC und GTL / Biologie und Chemie / Physik. Die Zuordnung der Musikräume erfolgte im Erdgeschoß in der Nachbarschaft zur Aula. Andere Gruppierungen sind in der gewählten Gebäudestruktur auf einfache Weise möglich.
Die Verwaltung im 1.Obergeschoß ist zentral gut erreichbar und trotzdem separiert vom Tagesbetrieb im Gebäude verortet.
An die zentrale Erschließungsachse sind Mehrzweckräume, Selbstlernflächen und WC-Bereiche angelagert.
Die Umsetzung des Raumprogramms auf der Basis jahrgangsbezogener Cluster führte zu einer einfachen Gebäudestruktur, die in der Differenzierung von Erdgeschoß, Dachgeschoß, zentraler Erschließung, vielfältiger Ausblicke und Vernetzung mit der Umgebung ihre gestalterische Qualität entfaltet.