AUSBAU TRINITATISKIRCHRUINE DRESDEN ZUR JUGENDKIRCHE

 

Anliegen des Entwurfes ist die möglichst komplette Erhaltung und Sicherung des gegenwärtigen Bestandes der Ruine. Der Neubau soll sich kontrapunktisch mit neuzeitlicher Architektur darstellen. Er wird in die Ruine hinein gebaut.

Über dem Erdgeschoss hält der Neubau einen Abstand von 1,5m bis 2m zu den historischen Außenmauern. Die gläserne Fassade lässt den Blick von innen frei auf die Ziegel- und Natursteinwände und so die Kirchenwände in den Sakralraum wirken. Die körperliche wie ideelle Verbindung zwischen alt und neu erfolgt zum einem im Erdgeschoss, indem die erhaltenen Mauern den Rahmen des Sakralraums bilden, über dem sich der Neubau erhebt. Alle Räume der folgenden Etagen haben den selben räumlichen Bezug zu den historischen Mauern. 

Zum zweiten über die Spiegelungen der alten Mauern in der gläsernen Haut des Neubaus. Es ergibt sich von außen eine Vielschichtigkeit von den äußeren Mauern, deren illusionistische Spiegelung in der Fassade und der neuen Außenhaut. Über dem Erdgeschoss wurde eine Decke eingebaut und damit die Höhe des ehemaligen Kirchenraumes reduziert. Dies zeigt deutlich die künftige Nutzung des Erdgeschosses als multifunktionalen Raum für differenzierte Veranstaltungen, vom Raum für Gottesdienste und Seminare. Die vorhanden großen Fensteröffnungen der Ruinenmauern über dem Erdgeschoss beleuchten den Innenraum ohne direkt den Rahmen für diesen zu bilden.  Dennoch erlebt man die Öffnungen in der Diagonalsicht in deren gesamten Höhe. Die Vielschichtigkeit des Gebäudes wird auch hier erlebbar. Die Decke über dem Erdgeschoss endet im Altarraum mit Abstand vor dessen Außenmauern und gibt somit hier die historische Raumhöhe frei.

In den oberen Etagen wird die Beziehung zwischen Historie und Zukunft fortgesetzt. Aus allen Büros blickt der Nutzer auf die alten Mauern und deren Öffnungen in die Stadt. In das obere Geschoss gelangt man über relativ enge Treppen und Zugänge. Erreicht man dieses eröffnet sich ein Raum, lichtdurchflutet oder mit Sternenblick. Hier befinden sich die Kreativräume der offenen Jugendarbeit. Während Offene Jugendarbeit und Kreativwerkstatt himmeloffen sind, wird der Bandprobenraum umhaust, um den Lärmschutz zu gewährleisten. 

Unter dem Dach ist auch der Raum der Stille zu finden. Schützende Wände umschließen ihn. Auf Fenster wird hier verzichtet. Keine Ablenkung von außen. Zurückgezogenheit, Ruhe, Kontemplation. Licht fällt durch einen Tube von oben in den Raum. Der Blick geht zum Himmel.

Die Jugendkirche wird im Stadtraum zum Merkzeichen. Der moderne Baukörper in Verbindung mit der historischen Trinitatiskirchruine strahlt über den Standort hinaus. Während die Ruine den „festen“ Teil des Gebäudes darstellte, wird der Neubau je nach Lichtverhältnissen leuchten. Am Tag wir das Licht reflektiert, gespiegelte Bäume verbinden Gebäude und Natur. Abends leuchtet das Dach, wenn die Jugendlichen sich treffen, das Licht der Büros stahlt durch die Öffnungen der Ruine.

Die Ruine wird nicht nur Sinnbild der Kriegszerstörung sein, sondern auch lebendiges Gestaltelement der neuen Jugendkirche.