1881 begann der Bau der St. Pauli Kirche. Sie stand im Zentrum eines rasant wachsenden Wohngebiets der Gründerzeit. Neogotische Formen prägen das Gebäude. Im März 1945 wurde es weitgehend zerstört. Seitdem steht sie als Ruine am Königsbrücker Platz im förmlich festgelegten Sanierungsgebiet Dresden – Hechtviertel. Die Kirchruine ist als Einzeldenkmal ausgewiesen. 1996 wurde die Ruine gesichert und für die nächsten Jahre bewahrt. 1999 kam wieder Leben zwischen die Mauern. Der Theaterverein „Theaterruine St. Pauli e.V.“ fand hier seine Spielstätte. Dennoch verfiel die Bausubstanz zusehends. 2005 löste sich ein Sandsteinquader vom 35m hohen Turm und schlug auf den Königsbrücker Platz. Sofortige Sicherungsmaßnahmen sicherten das Weiterspielen in der Ruine. Aufgrund weiterführender Bauwerksuntersuchungen wurde schnell deutlich, dass den Sicherungsarbeiten kurzfristig die umfassende Sanierung der gesamten Ruine folgen muss. 2011 begann der bisher umfangreichste Ausbau der Kirchruine zur kulturellen Einrichtung. Ein Glasdach überspannt das Kirchenschiff und schützt die Mauern. Der sommerliche Abendhimmel wölbt sich fast ungehindert über das Theaterspiel und die 500 Sitzplätze. Die Verglasung der Fenster und der Wandöffnungen bringt den nötigen Schallschutz für die Anwohner. Sanitäranlagen, Lüftungsaggregate und Theatertechnik ergänzen den Ausbau der Ruine.

Erlweinpreis der Landeshauptstadt Dresden | Besondere Anerkennung 2016

http://www.pauliruine.de/